Windows 10 ist am Ende: Handlungsbedarf für KMU und Schulen

Am 14. Oktober 2025 hat Microsoft den Support für Windows 10 beendet: keine kostenlosen Sicherheitsupdates, keine Fehlerbehebungen, kein technischer Support mehr. Die Geräte laufen weiter – aber jede neu entdeckte Sicherheitslücke bleibt offen. Für Angreifer sind ungepatchte Systeme das bevorzugte Einfallstor; für Organisationen werden sie zum wachsenden Risiko im Netz.

Die Gnadenfrist läuft ab

Microsoft bietet ein Übergangsprogramm an, die Extended Security Updates (ESU): Privatgeräte erhalten damit Sicherheitsupdates bis 13. Oktober 2026 – also nur noch wenige Monate. Unternehmen und Schulen können ESU kostenpflichtig für bis zu drei Jahre beziehen, wobei sich der Preis pro Gerät jährlich verdoppelt. ESU liefert dabei ausschliesslich sicherheitskritische Patches – keine neuen Funktionen, keine Fehlerbehebungen. Es ist eine Brücke, kein Zielzustand.

Warum das mehr als ein IT-Thema ist

Veraltete Betriebssysteme sind auch ein Compliance-Problem: Das revidierte Datenschutzgesetz verlangt dem Risiko angemessene technische Massnahmen – ein System ohne Sicherheitsupdates, das Personendaten verarbeitet, ist schwer zu rechtfertigen. Cyber-Versicherer fragen in ihren Fragebögen explizit nach nicht mehr unterstützten Systemen, und im Schadenfall kann die Antwort über die Deckung entscheiden. Für Schulen kommt hinzu: Auf den Geräten liegen besonders schützenswerte Schülerdaten.

Der pragmatische Fahrplan

1. Inventar: Welche Geräte laufen noch auf Windows 10? Ohne zentrale Verwaltung (MDM) ist schon diese Frage mühsam – mit ist sie ein Bericht auf Knopfdruck.

2. Upgrade-Check: Viele Geräte ab etwa 2019 erfüllen die Windows-11-Anforderungen (u.a. TPM 2.0) und lassen sich kostenlos aktualisieren. Das ist der günstigste Weg.

3. Ersatz planen statt Panik-Kauf: Ältere Geräte gestaffelt über den Budgetprozess ersetzen. Für Schulen lohnt der Blick auf die Gesamtkosten pro Gerät und Jahr – nicht nur auf den Kaufpreis.

4. Übergang absichern: Wo Geräte übergangsweise weiterlaufen müssen (z.B. an Spezialmaschinen), gehören sie in ein separates Netzsegment, ohne Internetzugriff wo möglich – und mit ESU, solange verfügbar.

Fazit

Das Support-Ende ist seit Jahren angekündigt – jetzt wird es konkret: Mit dem Auslaufen der Consumer-ESU im Oktober 2026 fällt die letzte günstige Brücke weg. Wer sein Inventar kennt und den Ersatz sauber budgetiert, erledigt das als planbares Projekt statt als Notfallübung.

Quellen

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